Smaragd – der grüne Edelstein seit der Antike
„Eine weise Zunge ist schwerer zu finden als ein Smaragd“ – dieses ägyptische Sprichwort stammt aus 2500 v. Chr. und ist die früheste bekannte Erwähnung des Smaragds, der als grüner Edelstein seit Jahrtausenden geschätzt wird.
Smaragd in Geschichte und Kultur
Der Smaragd war beliebt bei Kleopatra und Caesar. In der Antike galt er als heilender Edelstein und soll Redegewandtheit fördern. Dieses Wissen verbreitete sich über die Araber nach Spanien und später nach Südamerika. Noch heute erhalten junge Ärzte in Brasilien traditionell einen Smaragdring bei bestandener Prüfung.
In Ägypten war der grüne Edelstein Symbol für Fruchtbarkeit, Leben und Wohlstand. Cleopatra beanspruchte die ägyptischen Smaragdminen für sich, und ihr persönliches Siegel wurde aus Smaragd gefertigt. Heute gilt der Smaragd als Symbol für Treue, Neuanfang, Frieden und Sicherheit.
Smaragdgrün und Farbvariationen
Der Name kommt vom Griechischen „smaragdos“ und bedeutet grüner Stein. Die grüne Farbe entsteht durch Chrom oder Vanadium. Smaragde aus Kolumbien gelten wegen ihres tiefen Grüntons als die wertvollsten der Welt. Die Farbpalette reicht von hellgrün bis dunkelgrün.
Smaragd im Schmuck
Smaragde wurden schon in historischen Schmuckstücken verwendet, z. B.:
- Krone von Karl dem Großen
- Maximilian-Smaragd, getragen vom Kaiser von Mexiko
- Elizabeth Taylor’s Schmuckkollektion mit Smaragden, Diamanten und Halsketten
Smaragde passen hervorragend zu Diamanten, weißem Gold oder gelbem Gold.
Smaragde sind Geburtssteine für Mai und eignen sich hervorragend als Geschenk zu besonderen Anlässen oder als Luxus-Schmuckstein.
Herkunft und Fundorte
Ursprünglich nur in Ägypten und dem Habachtal in Österreich bekannt, wurden im 16. Jahrhundert Kolumbien und die Minen der Muzo-Indianer erschlossen. Heute werden Smaragde in folgenden Regionen gefunden:
- Kolumbien (Muzo & Chivor) – bekannt für tiefgrüne Smaragde
- Ural, Russland
- Norwegen, Australien, Brasilien, Südafrika, Sambia, Simbabwe, Pakistan, Afghanistan, USA
Eigenschaften und Härte
Smaragde gehören zur Beryllgruppe, zu der auch Aquamarin, Morganit, Heliodor, Goshenit und Roter Beryll zählen. Sie erreichen eine Härte von 7,5 bis 8 auf der Mohs-Skala, was sie geeignet für Ringe, Halsketten und Armbänder macht.
Einschlüsse und Behandlung
Die meisten Smaragde enthalten sichtbare Einschlüsse, die als „Jardin“ (franz. Garten) bezeichnet werden. Flawless-Smaragde sind sehr selten. Anders als Rubine oder Saphire werden Smaragde nicht erhitzt, sondern geölt, meist mit Zedernholzöl oder speziellen Harzen wie Opticon, um Risse zu füllen und die Farbe zu intensivieren. Diese Behandlung ist in der Schmuckbranche akzeptiert.
Smaragdschliff
Für Smaragde wurde der Smaragdschliff (Emerald Cut) entwickelt. Es handelt sich um einen achtkantigen Facettenschliff mit Stufen, der die grüne Farbe besonders betont.